Die Standortfrage

Stellungnahme der Gemeindewehrführung

Gemäß dem Bedarfsplan der Gemeindewehrführung, sowie der Ausarbeitung eines externen Gutachters, ist das Gerätehaus der Ortswehr Reinbek umgehend entsprechend dem Stand der Technik und nach den Bestimmungen der UVV neu zu bauen. Ein möglicher Standort soll schnellstmöglich gefunden werden, damit noch in diesem Jahr ein B-Plan aufgestellt werden kann.

Jede Ortswehr ist notwendig und verfügt über ein Gerätehaus in ihrem jeweiligen Ortsteil und das soll auch so bleiben. Zumindest sind sich Gutachter, Gemeindewehrführung und Verwaltung der Stadt und des Kreises in dieser Frage einig, allein weil sich das Stadtgebiet über 31 km² ausdehnt und an seiner Grenze Stadtteile liegen, die nicht über eigene Ortswehren verfügen (Hinschendorf, Neuschönningstedt, Krabbenkamp, Büchsenschinken).

Mit einem zentral gelegenen Standort wäre die Erreichung dieser Stadtteile in der geforderten Zeit nicht mehr möglich, wir sprechen hier von der sogenannten Hilfsfrist von 8 Minuten nach Alarmierung. Abgesehen davon, dass diese Zeit in Schleswig Holstein gesetzlich geregelt ist, spiegelt es auch die Zeit wieder, in der ein Mensch in einem Brandfall noch eine reelle Überlebenschance hat. Daher ist eine Diskussion über diese vorgegebene Zeit aus unserer Sicht weder sinnvoll noch möglich; Gesetze und das körperliche Verhalten eines Menschen, der Rauch ausgesetzt wird, können wir weder diskutieren noch die sich daraus ergebenden Anforderungen ignorieren oder aussitzen.

Für die Ortswehr Reinbek wird ein Grundstück benötigt, dass diesen planbaren Vorgaben Rechnung trägt. Die Zeit, die die Feuerwehrmitglieder zum Gerätehaus brauchen und der Weg, der zu jedem Punkt im Einsatzgebiet zurückzulegen ist, müssen minimiert sein um schnell reagieren zu können. Das ist nur gewährleistet, wenn die Mitglieder in der Nähe wohnen und eine Erreichung aller Stadtteile des Einsatzgebietes überhaupt in einer entsprechenden Zeit möglich ist.

Aus diesem Grund wird für die Wehr Reinbek der Grandplatz auf dem Sportgelände am Mühlenredder favorisiert. Dieses Gelände gehört der Stadt Reinbek und es gibt weitere gute Argumente, die für diese Standortauswahl sprechen:

  • Einziges freies Grundstück in der „Ortsmitte“
  • Der größte Teil der Einsatzkräfte wohnt in unmittelbarer Nähe (schnelle Ausrückzeit)
  • Mittelpunkt im Aktionsradius der OW Reinbek
    • Sämtliche Wohngebiete und Objekte wie Krankenhaus, Altenheime im Ausrückbereich sind innerhalb der Hilfsfrist erreichbar
    • Schnelle Erreichbarkeit der Hochhäuser in Neuschönningstedt durch die Nähe zur K80

Kritiker befürchten eine Lärmbelästigung für die Anwohner; jedoch gibt es keine direkten Nachbarn. Und Martinhorn hört man an Hauptstraßen und deren Einmündungen und Kreuzungen um ein vielfaches häufiger als bei einer Freiwilligen Feuerwehr nebenan. Rettungswagen, Notarzt und Polizei fahren hier mehrmals täglich vorbei.

Desweiteren sehen Gegner eine Gefahr für die Schüler, da sich in der Nähe eine Grundschule und gegenüber die Gemeinschaftschule befindet. Allerdings würden die Schüler durch Warneinrichtungen auf jeden Einsatz vorbereitet werden. Somit werden sie auf einen Alarm aufmerksam, ehe das erste ehrenamtliche Mitglied zur Wache fährt, bzw. das erste Einsatzfahrzeug ausrückt.

An allen derzeit existierenden FF-Standorten der Stadt Reinbek arrangieren sich Feuerwehr und Einrichtungen für Kinder und Schüler. In der Klosterbergenstraße gegenüber der Wache Reinbek (VHS) sind Klassen des Gymnasiums untergebracht, Ohe und Schönningstedt verfügen über Kindergärten bzw. Kinderbetreuungen innerhalb ihrer Gebäude. Wie schon erwähnt, sind andere Einsatzfahrzeuge, wie vom Rettungsdienst oder der Polizei, viel häufiger mit Sonderrechten auf Hauptstraßen und kreuzenden Schulwegen unterwegs.

Immer wieder kommt auch ein anderer möglicher Standort ins Gespräch: Schönningstedter Straße gegenüber der Einmündung zur Wohltorfer Straße. Weder der Gemeindewehrvorstand noch die Verwaltung sehen hier Vorteile, die sich durch diese Wahl ergeben würden. Selbst die Möglichkeit die Ortswehr Schönningstedt hier mit unters Dach zu bringen und somit vermeintlich ein Gerätehaus einzusparen, scheidet aus. Folgende Probleme entstehen mit dieser Verlagerung:

  • Ein Grundstück müsste erworben werden
  • Nur sehr wenige Mitglieder wohnen in der Nähe (lange Ausrückzeit)
  • Bei einer „Zentralwache“ werden über 100 Mitglieder gefordert. Sofern diese über 1/3 unterschritten werden, müsste Reinbek eine bezahlte Pflichtfeuerwehr einführen.
  • Durch eine lange Ausrückzeit wird die Hilfsfrist in folgenden Stadtteilen/Objekten nicht mehr eingehalten:
    • Krankenhaus Reinbek
    • Stadtteil Hinschendorf
    • Teile im Industriegebiet
    • AH Bogenstraße
    • Schloss Reinbek
    • Abschnitte der DB AG
    • Hochhaus Hamburger Straße
    • Wildenhofeck

Sollte die FF Schönningstedt in der Wohltorfer Straße untergebracht werden, würde ihre Ausrückzeit sich durch die sehr lange Anfahrt der Mitglieder aus dem OT Schönningstedt um ca. zwei Minuten erhöhen (gleiches gilt für die OW Reinbek). Die Hilfsfrist kann in Süd-Neuschönningstedt und im Krabbenkamp dann gar nicht mehr eingehalten werden.

Die Feuerwehren streben an, jeden Winkel im Stadtgebiet zielgerecht abzudecken. Die Bürger sollen sich sicher fühlen, ganz gleich in welchem Ortsteil oder in welcher Einrichtung sie wohnen.

Wir fordern die Politik der Stadt auf, keine Entscheidungen herbeizuführen, die sowohl von der Feuerwehr als auch vom Kreis Stormarn und externen Fachleuten abgelehnt werden.

Gleiches gilt im Anschluss für das Gerätehaus der Ortswehr Ohe. Die Mängelliste (Sicherheit/Platzmangel/Hygienedefizit) des Gebäudes liegt der Verwaltung und der Politik vor. Auch hier sollte es einen zukunftsfähigen Neubau geben. Sinnvolle Vorschläge für einen möglichen Standort wurden mit dem Bedarfsplan der Gemeindewehrführung bereits unterbreitet.

Die Stadt Reinbek wird moderner und wächst in die Zukunft. Nehmt die Feuerwehr mit, ihr braucht sie!