Erfolgreiches Jahr 2021 für Reinbeks Feuerwehren

Während das neue Jahr verhältnismäßig ruhig beginnt und die Jahresberichte 2021 der Ortswehren in Arbeit sind, gibt es hier schonmal einen Überblick über neue Fahrzeuge, ungewohnte Eindrücke aus Einsätzen und einen Lichtblick beim Neubau am Mühlenredder. Doch der Reihe nach:

2021 war erneut durch die Corona-Pandemie geprägt. Jedoch gab es zwischendurch Hoffnung, dass die Infektionsschutz-Maßnahmen nachlassen würden; alle Mitglieder bekamen im Mai und Juni Impfangebote, die zahlreich angenommen wurden. Danach gingen die Inzidenzzahlen runter, die Mitglieder konnten endlich wieder in Präsenz üben und auch sonstige Aktivitäten durchführen. Niemand ahnte, dass die Einschränkungen der Vergangenheit nochmal verschärft werden müssten. Im Herbst musste der „Betrieb“ wieder runter gefahren werden. Ende Dezember, als die Kameradinnen und Kameraden nahezu zu 100% geboostert waren, sorgte Omikron erneut für einen vollen Verzicht auf Präsenzdienste, – Einsätze ausgenommen. Und die Einsätze summieren sich in 2021 wie folgt:

92 Brandeinsätze (89 in 2020)
236 Technische Hilfeleistungen (199 in 2020)
108 Fehlalarme (!) (83 in 2020)
43 Sonstige Einsätze (44 in 2020)

2021 wurden durch Reinbeks Feuerwehren 46 Menschen gerettet!

Die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten beträgt 23 Einheiten. Das sind 12 mehr als im Corona-Jahr 2020. Der zeitliche Aufwand, den die ehrenamtlichen Kräfte für die Bürgerinnen und Bürger Reinbeks im Einsatz unterwegs waren beträgt beinahe 10.500 Personenstunden. Das sind doppelt so viele wie in 2020! Davon wurden unzählige Stunden von insgesamt 24 Mitgliedern der Gemeindefeuerwehr in Ahrweiler geleistet. Nach den Starkregenfällen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Juli sind die Einsatzkräfte mit der 2. Brandschutzbereitschaft aus Stormarn insgesamt elf Tage in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Katastrophenschutz tätig gewesen. Ihnen boten sich noch nie gesehene Bilder, traurige Schicksale und ungewohnte Tätigkeiten in einem völlig verwüsteten Gebiet. Ein Einsatz, der noch lange in den Köpfen der Teilnehmer hängen bleiben wird.

Für Reinbeks Einwohner*innen stehen derzeit 209 aktive Mitglieder Tag und Nacht bereit, um von ihren drei Standorten mit insgesamt 21 Fahrzeugen (davon acht Löschfahrzeuge) professionell Hilfe leisten zu können. Die Stadt unterhält damit die größte Gemeindefeuerwehr in Stormarn und sorgte letztes Jahr für noch mehr Sicherheit ihrer Bürger*innen. Gleich zwei neue Fahrzeuge wurden übergeben: über eine neue Drehleiter freuen sich die Kolleg*innen am Standort Reinbek. Nach unzähligen Ausbildungsstunden konnte eine moderne DL(A)K 23/12 in Dienst gestellt werden.

90-32-01 bei der Ankunft am Gerätehaus im April 2021

90-32-01 bei der Ankunft am Gerätehaus im April 2021

Kurz zuvor nahmen die Kamerad*innen am Standort Schönningstedt ein neues MZF-T in Empfang. Der Sprinter dient der Einsatzstellenhygiene der Ortswehren. Hier wurde früh erkannt, dass es wichtig ist, einen Schritt u.a. im Kampf gegen den Feuerwehrkrebs zu gehen. Das Thema selbst wurde auf vielen Übungsabenden den FF-Mitgliedern der Stadt verinnerlicht. Damit die Fahrzeuge und ihre Besatzungen stets heil von Einsätzen heimkehren wurden wieder zwei Blaulichttrainings beim ADAC besucht.

91-69-01 dient der Einsatzhygiene der Reinbeker Feuerwehrleute

91-69-01 dient der Einsatzhygiene der Reinbeker Feuerwehrleute

Besonderen Grund zur Freude haben die Mitglieder der Ortswehr Reinbek: der Bau ihres neuen Domizils hat endlich begonnen! Am Mühlenredder 45 entsteht ein modernes Feuerwehrhaus mit zwölf Stellplätzen, einer Kfz-Werkstatt und einer Waschhalle. Weitere großzügig gestaltete Funktionsräume, wie beispielsweise für die Atemschutztechnik, die Fitness und die Kameradschaft lassen sich nach dem Schütten der Bodenplatte bereits erahnen. Auch die Jugendfeuerwehr (40 Mitglieder) bekommt reichlich Platz in dem klimaneutralen Bau.

Ein Ausblick ins begonnene Jahr 2022 allein macht deutlich, dass die Wehren sich weiter besser im Brandschutz und der technischen Hilfeleistung aufstellen. Dieses Jahr werden ein ELW-1 (Standort Ohe) und ein Wechsellader Fahrzeug (Standort Reinbek) mit einem Abrollbehälter „TH-Schwer“, ein AB-Logistik mit Umweltkomponente und ein AB-Nachschub ausgeschrieben. Außerdem gehen die Planungen für das zweite neue Feuerwehrhaus der Stadt (in Ohe) in die nächste Runde. Die Aufstellung eines B-Plans und die Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Reinbek wurden von der Politik bereits beschlossen.

Es geht also weiter! Und es freut mich, dass alle dabei bleiben, – um zu helfen und um damit fortzufahren uns weiter zu entwickeln. Danke an alle Mitglieder, Politiker, Mitarbeiter der Stadt und Förderer unserer drei Wehren!

Oliver Selke
Gemeindewehrführer

Lichtblick am Mühlenredder 45. Der Neubau für den Standort Reinbek nimmt endlich Formen an!

Lichtblick am Mühlenredder 45. Der Neubau für den Standort Reinbek nimmt endlich Formen an! Im März geht es in die Höhe. Weitere technische Raffinessen runden die neue Heimstatt am Ende ab.

Stadt Reinbek investiert in sicheren Feuerwehrdienst

Neues Fahrzeug ermöglicht Umsetzung gesetzlicher Vorgaben zum sicheren Dienst für die ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden der drei Ortswehren in ReinbekFF_OD_91-69-01

„Das Spektrum der im Brandrauch enthaltenen gefährlichen Substanzen hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die stärkere Verwendung von Kunststoffen anstelle von Holz deutlich verändert. So enthält der Ruß vermehrt krebserregende und erbgutverändernde Stoffe, vor denen es sich zu schützen gilt. Seitens der Feuerwehrunfallkassen wurde diese Problematik erkannt und eine Einsatzstellenhygiene gesetzlich verankert“, erläutert Sicherheits- und Hygienebeauftragte der Ortswehr Schönningstedt, Dr. Matthias Rehfeld.

Um diese Vorgaben umzusetzen, entwickelten die Schönningstedter Kameraden innerhalb einer Arbeitsgruppe ein umfangreiches Konzept. Hierbei galt es nicht nur, die gesetzlichen Vorgaben, Regelungen und Empfehlungen zu sichten und auszuwerten. Ebenso bedeutend war auch die Praxisorientierung, denn das Konzept sollte im Anschluss in die bestehende Struktur der Reinbeker Gemeindefeuerwehr mit seinen drei Ortswehren nahtlos integriert werden.

Nach Vorlage des Konzeptes reagierte die Stadt zeitnah und bewilligte die Anschaffung des Fahrzeugs, so dass Planungs- und Ausschreibungsphase sowie diverse Baubesprechungen folgten. Am 29. März war es dann soweit: 163 PS, 2143 cm³ Hubraum und 4100 kg zulässiges Gesamtgewicht zogen in den Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Schönningstedt ein.

„Das im Gemeindewehrvorstand verabschiedete Konzept zur Einsatzstellenhygiene kann durch dieses Fahrzeug optimal umgesetzt werden. Der Mercedes Benz Sprinter wurde eigens für dieses Aufgabenfeld konzipiert und hält auf seiner Länge von knapp sieben Metern alles vor, was wir im Einsatzfall benötigen. So machen zwei Schnelleinsatzzelte, Beleuchtung, eine Stiefelwäsche sowie Wechselkleidung für die Einsatzkräfte einen Teil der Beladung aus. Diese Ausrüstung musste vorher provisorisch gelagert und verteilt auf mehrere Fahrzeuge zur Einsatzstelle gebracht werden. Da bringt uns das neue Fahrzeug einen erheblichen Zeitvorteil“, so Lars Kaiser, der gemeinsam mit Dirk Bender und Matthias Rehfeld an der Konzepterstellung und deren Umsetzung beteiligt war.

Dirk Bender, stellvertretender Wehrführer in Schönningstedt, erklärt: „Das Mehrzweckfahrzeug ist mit modernster Technik ausgestattet und unterstützt die Kameraden aller drei Reinbeker Ortswehren. Wir bedanken uns bei der Stadt Reinbek, die uns mit der Beschaffung dieses Fahrzeuges den sicheren Feuerwehrdienst ermöglicht.“ Und auch Gemeindewehrführer Oliver Selke ist sichtlich froh darüber, dass das Thema der „Einsatzhygiene“ für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute der Stadt Reinbek schon jetzt weit fortgeschritten ist: „Die Feuerwehr Schönningstedt hat mit der schnellen Beschaffung des Fahrzeugs die Bedeutsamkeit der Einsatzhygiene zum Erhalt der Gesundheit aller Mitglieder der Gemeindewehr erkannt und das Thema mit viel Aufwand und Ausbildung konzeptionell in die Arbeit der drei Ortswehren integriert.“

Bereits einen Tag nach der Fahrzeugübernahme kam der Neuzugang zum Einsatz: die aufgebaute Einsatzstellenhygiene ermöglichte es den eingesetzten Trupps, sich von anhaftenden Schadstoffen zu reinigen und verschmutzte Einsatz- und Unterbekleidung gegen Wechselkleidung zu tauschen.

(Text P. Fehr, Foto: FF Schönningstedt)

Trotz Corona: Reinbeker Wehren meistern ihre Aufgaben in 2020

Das neue Jahr 2021 hat “einsatzreich” angefangen. In den ersten acht Tagen des Jahres gab es bereits 14 Alarmierungen für die Reinbeker Ortswehren.

Ein Auszug aus dem Jahresbericht 2020 zeigt bereits auf, das die Einsätze der Gemeindefeuerwehr Reinbek insgesamt etwas weniger geworden sind im Vergleich zu 2019. Das mag an den Lockdowns liegen, oder an einer geringeren Anzahl an Unwettern im Berichtsjahr. Schlimm ist das jedenfalls nicht.

Unterm Strich hat die Gemeindefeuerwehr Reinbek im vergangenen Jahr 321 Einsätze abgewickelt. Oft haben zwei oder alle drei Ortswehren zusammen gearbeitet, – so sieht es die Alarm- und Ausrückeordnung, je nach Tageszeit und Einsatzszenario, vor. Zählt man die Einsätze der Wehren Reinbek, Schönningstedt und Ohe zusammen ergibt dies eine Summe von 409 Einsätzen. Im Einzelnen sieht es wie folgt aus: (Alt-)Reinbek 220, Schönningstedt 77 und Ohe 112 Einsätze. Davon:

  • 89 Brandeinsätze
  • 199 Technische Hilfeleistungen
  • 83 Fehlalarme (!)
  • 44 Sonstige Einsätze

2020 wurden durch Reinbeks Feuerwehren 30 Menschen gerettet!

Was im letzten Jahr Pandemie-bedingt leider zu kurz gekommen ist, ist die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten. Die Brandschutzerzieher bringen es hier aber immerhin auf eine Anzahl von elf Einheiten im vorbeugenden Brandschutz. Sie werden gewiss wieder bei den Kindern präsent sein, sobald dies möglich ist.

Bemerkenswert ist der zeitliche Aufwand, den die ehrenamtlichen Kräfte für die Bürgerinnen und Bürger Reinbeks im Einsatz unterwegs waren. Beinahe 4.500 Personenstunden berechnet die Statistik! Übungs- und sonstige Dienstzeiten sind hier nicht mit einbezogen. Deshalb an dieser Stelle meinen persönlichen Dank an alle Mitglieder der Reinbeker Feuerwehren für den geleisteten Einsatz. In diesen Dank schließe ich natürlich auch die Familien, Partnerinnen und Partner der Mitglieder mit ein, die oft auf gemeinsame Freizeit verzichten mussten!

Für 2021 gilt: kommt weiterhin immer heil von Euren Einsätzen zurück und bleibt gesund, in dieser anstrengenden Zeit!

Sobald es die Corona-Krise erlaubt können wir uns auf ein persönliches Wiedersehen außerhalb der Einsätze freuen. Ich werde unserem Bürgermeister dann mindestens ein Grillfest aus dem Kreuz leiern ;-)

Oliver Selke
Gemeindewehrführer

Reinbeks-Feuerwehren_2020